Unsere Back-Tipps

Auf der Theke des Mühlenladens liegt ein umgedrehtes Gärkörbchen auf einem anderen, ebenfalls runden Gärkörbchen.

Hier haben wir ein paar Tipps zum Backen zusammen gestellt: was wichtig ist bei den Temperaturen, bei der Knetdauer, zu Gehzeit und Gärkörbchen, wie Brot länger mit Hilfe eines Brühstücks länger frisch bleibt und wie man Sauerteig selbst herstellt.

Vorsicht kalt: Temperaturen beim Backen

Backzutaten: Sie dürfen nicht zu kalt und die im Rezept angegebene Flüssigkeit wie Milch, Wasser, Buttermilch sollte hand- bis lauwarm, aber nicht zu heiß sein. Hefe reagiert empfindlich, wenn Mehl, Butter und Wasser kalt sind. Man sollte das Wasser immer wiegen, da die Messeinheiten auf den Bechern nicht immer stimmen.

Arbeitsgeräte: Man sollte sie am Vorabend in die Küche stellen, damit sie die Umgebungstemperatur annehmen.

Backblech: Beim Einführen in den Backofen sollte es heiß sein. Ein kaltes Blech kann zu Rissen am Boden der Gebäcke führen.

Wann ist genug geknetet?

Kneten: Der Teig ist fertig geknetet, wenn er sich vom Rand löst, glatt ist und wenn er sich beim Ausrollen nicht mehr zusammenzieht, sondern in Form bleibt. Nie Mehl zugeben beim Kneten.

Fenstertest: Um festzustellen, ob der Teig lange genug geknetet wurde, nimmt man ein Teigstück und zieht es mit den Fingern dünn auseinander. Reißt es dabei nicht, ist der Teig ausgeknetet. Weil man dabei durch den Teig beinahe wie durch ein Fenster hindurchschauen kann, nennt man diesen Test auch Fenstertest.

Die Gehzeitgut Ding will Weile haben

Gehzeit: Nach der Herstellung des Teiges sollte dieser eine Stunde abgedeckt im Raum stehen. So kann die Hefe ihre Arbeit beginnen. Man kann ihn über Nacht in den Kühlschrank stellen oder während des Gehenlassens immer mal wieder in Päckchen zusammenschlagen – beispielsweise alle Stunde –, um Luft einzuarbeiten und damit Großporigkeit zu erreichen.

Brezel, Baguette und Fettgebäck müssen eine Haut bekommen: Dazu kann man sie auf den Boden, auf die Gefriertruhe, unter einen Ventilator, ans offene Fenster oder ins Freie stellen. Dann wird die Reife gestoppt, denn die Kühle stoppt die Gare.

Mit Gärkörbchen Form verleihen

Alles, was Gehzeit hat, sollte man zuerst ruhen lassen und dann vor dem Backen ins Gärkörbchen geben. So behält es die Form und geht nach oben und nicht in die Breite. Im Mühlenladen bieten wir lange und runde Körbchen aus geflochtenem Peddigrohr für 500 g bis 1500 g Brot an.

Gärkörbchen geben dem Brotlaib eine schöne Korbmuster-Form und eine rillige Oberfläche. Und man kann sie auf als Brotkörbchen auf dem Frühstückstisch verwenden.

Unsere Tipps zur Verwendung eines Gärkörbchens:

Vor dem ersten Gebrauch das Körbchen leicht mit Wasser benetzen und mit reichlich Mehl bestäuben. So bleibt der Teig nach dem Gehen nicht hängen, sondern lässt sich auf das Backblech stürzen. Je öfter man das Körbchen verwendet, desto leichter löst sich der Teig. Es wird nicht mit in den Ofen geschoben.

Nach dem Benutzen das Körbchen trocknen lassen und gründlich ausklopfen. Teig- und Mehlreste kann man mit Holzstäbchen oder einer Gemüsebürste entfernen. Möchte man es gründlicher reinigen, sollte man auf keinen Fall fließendes Wasser oder Spülmittel verwenden. Vielmehr kann man es mit einer Wasser-Essigmischung und einer Gemüsebürste ausbürsten.

Vorteig und Brühstück: Damit das Brot frisch bleibt

Vorteig: Damit Brot länger frisch und aromatisch bleibt, kann man einen Vorteig einsetzen. Er besteht zu gleichen Teilen aus Wasser und Mehl – etwa im Verhältnis 1:1 – und zusätzlich etwas Hefe. Den Vorteig stellt lässt man über Nacht bei Raumtemperatur stehen.

Brühstück: Ein Brühstück kann man für die Frischhaltung von Gebäcken einsetzen, die schnell austrocknen können. Es empfiehlt sich besonders, wenn man mit Dinkel backt.

  • Für das Brühstück nimmt man feines oder grobes Vollkorngetreide und übergießt es mit kochendem Wasser.
  • Man nimmt ein Verhältnis Getreide und Wasser von etwa 1:2 bis 1:3. Das bedeutet, ein Teil Getreide und zwei bis drei Teile Wasser.
  • Den Getreidebrei abkühlen lassen und dann verwenden.
  • Man kann ihn auch mehrere Stunden oder über Nacht quellen lassen und dann dem Teig beifügen.

Wie man Sauerteig selbst herstellt

1. Schritt: Ein sauberes Glas (Marmeladenglas, Einmachglas oder ähnliches) verwenden. 3 EL Roggenmehl Type 1150 oder Roggenvollkornmehl mit 3 EL warmen Wasser in das Glas geben, umrühren und 48 Stunden an einem warmen Ort bei 25 bis 30°C stehen lassen.

2. Schritt: Nach 48 Stunden weitere 3 EL Roggenmehl und 3 EL warmes Wasser dazugeben. Wieder verrühren und das Glas 24 Stunden an einem warmen Ort bei 25 bis 30°C stehen lassen.

3. Schritt: 150 g Roggenmehl und 150 g warmes Wasser dazugeben und gut vermengen. Wieder 24 Stunden an einem warmen Ort bei 25 bis 30°C stehen lassen.

Nun ist der Sauerteig verbrauchsfertig und kann verarbeitet werden. Vor dem Verarbeiten nicht vergessen, Sauerteig für einen späteren Backteig zu entnehmen. Dazu gibt man 1 EL Sauerteig in ein sauberes Glas. Er ist vier Wochen im Kühlschrank haltbar.

Am Tag vor dem nächsten Backen den Sauerteig aus dem Kühlschrank nehmen und mit dem 3. Schritt weitermachen. Nach 24 Stunden ist dieser Sauerteig zum Backen bereit.

Anstellsauer: das ist der Sauerteig, der im Kühlschrank verbleibt und von dem immer wieder genommen wird, um mit frischem Mehl und Wasser Sauerteig für das nächste Brot herzustellen. Es ist quasi die Mutter des Sauerteigs.

Quelle Sauerteigherstellung: Hans und Ivanka Dirks

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